Harald und Jutta Berghausen 
 Musik für Orgel, Schäferpfeife, Gemshorn und Fagott 
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Harald und Jutta Berghausen und Björn

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                                      Foto: Michael Münker


Die Märkische Allgemeine schrieb nach einem Konzert im Kloster Zinna:


02.09.2008  Märkische Allgemeine

KONZERTREIHE: Geschmunzelt werden sollte am Schluss

Gelungene Abschlussveranstaltung der Kloster Zinna Sommermusiken

KLOSTER ZINNA - Eine Schäferpfeife im Gotteshaus? Ein Gemshorn, dessen Klang sich mit dem einer Orgel mischt? „Warum nicht“, mögen sich die Organisatoren der Kloster Zinna Sommermusiken gedacht haben und luden sich zum Abschlusskonzert der Sommermusik-Saison 2008 das Berliner Musiker-Ehepaar Jutta und Harald Berghausen als Solisten ein. Lange schon gehört es zur Tradition dieser Musikreihe, mit eher ungewöhnlichen Zusammenstellungen aufzuwarten. Im Kirchenraum vergleichsweise selten zu hörende Instrumente können hier ebenso erlebt werden wie ungewöhnliche Werke. Das jüngste Konzert macht da keine Ausnahme.

Jeremiah Clarkes bekannter „Prince of Denmark’s March“ gab den Auftakt. Dass sich hinter dem Begriff Schäferpfeife nichts anderes verbirgt als die vor allem im Mittelalter hierzulande verbreitete Variante des Dudelsacks, war nicht zu überhören. Würdevoll wie eine Königin schritt Jutta Berghausen während des Spiels durchs Kirchenschiff. Ehemann Harald begleitete sie an der Orgel. Das Publikum lauschte ergriffen; einige Zuhörer summten leise die Melodie mit.

„Wir spielen Ihnen heute viel Musik fürs Herz“, sagte Harald Berghausen, der auch die Moderation übernommen hatte. Traditionelle Weisen aus vieler Herren Länder befanden sich unter anderem im 90-minütigen Programm. Warum auch der als Begründer der Berliner Operette geltende Paul Lincke darunter war, erläuterte Berghausen ebenfalls. Linckes für Fagott geschriebene Humoreske enthält viele Passagen zum Schmunzeln. Und ein Konzert mit einem Schmunzeln zu verlassen, sei immer gut.

Auch privat verbindet Harald Berghausen und Paul Lincke einiges. Als ehemaliger Solo-Fagottist des Berliner Metropol-Theaters beherrscht Berghausen das Lincke-Repertoire sozusagen aus dem Effeff.

„Hoffentlich kommen auch alle wieder raus“ – mit diesen Worten luden die Berghausens nach viel Applaus und einer Zugabe die Besucher zu einem Rundgang durch die Orgel ein. Der Andrang auf der Orgelempore war enorm. Beeindruckt lauschten die Gäste den Erläuterungen über die Funktionsweise und zur Historie der Orgel. „Nett wäre, wenn auch nach dem Rundgang noch alle Pfeifen drin wären“, scherzte Harald Berghausen und haute draußen auf die Tasten, damit die Besucher alle Klappen und Gestänge in Bewegung sehen konnten. Nachgezählt hat er die Pfeifen nicht. Bei 952 Stück hätte er wohl auch eine Weile zu tun gehabt. (Von Uwe Klemens)

 

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